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14.01.2017 13:41 Alter: 249 Tage
Kategorie: Aktuelles, Veranstaltung, Rückblick
Von: Dirk Jansch, mm

„Eine Auszeichnung, die guttut“

Löwenjäger und Spargelstecher verleihen den 38. Hans-Köble-Gedächtnisorden / Stefan Fulst-Blei Träger der Öffentlichkeit


v.l.: Egon Scheuermann, Dr. Stefan Fulst-Blei, Christina Ambrose

Stadtprinzessin Kim I. u. Spargelstecher Lieblichkeit Tatjana I.

An dieser Veranstaltung hätte Hans Köble, das legendäre Käfertaler Fasnachtsurgestein, mit Sicherheit seine Freude gehabt. Zum 38. Mal verliehen Löwenjäger und Spargelstecher gemeinsam den nach ihm benannten Orden, und schon die namentliche Begrüßung durch den durch die Scheinwerfer stark geblendeten DJK-Vorsitzenden Karlheinz Moll in Reihenfolge der eingegangenen Anmeldungen geriet so komisch, dass Löwenjäger-Sitzungspräsident Michael Plep sich augenzwinkernd "für die einführende Bütten- äh Begrüßungsrede" bedankte.

Zwar musste Bürgermeister Michael Grötsch, der letztjährigen Ordensträger der Öffentlichkeit, seine Laudatio auf seinen Nachfolger, den SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Fulst-Blei, wegen des Schwächeanfalls eines Elferrats kurz unterbrechen, doch nach einem Glas Wasser und kurzer ärztlicher Behandlung hinter der Bühne konnte es im Programm weitergehen, und das war, so hätte es sich Hans Köble zu Lebzeiten sicherlich gewünscht, sehr von Humor geprägt.

Mit Stadtprinzessin Kim I. und der Spargelstecher-Lieblichkeit Tatjana I. verkündeten zwei selbstbewusste närrische Regentinnen eingangs ihr Motto. "Wir brauchen mehr von diesen Leuten, die sich engagieren", sagte Kim in Würdigung von Hans Köble. Sein 88-jähriges Bestehen feiert ihr Verein, die Fröhlich Pfalz, in diesem Jahr, und auch bei den Spargelstechern steht ein närrisches Jubiläum an: "Sechs mal elf Jahre - so feiern wir Fasnacht bei den Spargelstechern", verkündete Tatjana I.

Wie es bei der Köble-Ordensverleihung üblich ist, werden immer drei Orden verliehen - jeweils einer für verdiente Aktive bei den Löwenjägern und den Spargelstechern sowie ein Orden für einen Vertreter der Öffentlichkeit. Für die Löwenjäger hielt Gisela Schulze die Laudatio auf ihre Nachfolgerin. 1964 in Sandhofen geboren, wurde sie 1974 Mitglied in der Löwenjäger-Tanzgarde und feierte Erfolge bei Badischen und Deutschen Meisterschaften. 1999 heiratete sie und bekam zwei Kinder. "Die ganze Familie ist aktiv", verriet die Laudatorin. Die Geehrte war Betreuerin des Männerballetts und der Jugendgarde. 2014 erhielt sie den Goldenen Löwen am Band für 40 Jahre Aktivität. Die Rede war von Christina "Nina" Ambrose.

Große Liebe zu den Vereinen

Johanna Maeder, die letztjährige Köble-Ordensträgerin der Spargelstecher, hatte sich auf ihren Nachfolger einen Reim gemacht. "Ein Mann, der vieles will und alles kann", sagte sie. Am 22. Januar in Donnerbach bei Buchen im Odenwald geboren, sei er - für einen Wassermann ganz typisch - sehr kontaktfreudig und unternehmungslustig. Als ehemaliger Schüler im katholischen Konvikt bescheinigte sie dem Geehrten eine Nähe zum Haus der Jugend und zur Jesuitenkirche. Mit seiner Frau Erika hat der gelernte Baukaufmann zwei Kinder, studiert hat der BWL in Cambridge. Er liebt die Vereine, insbesondere den VfR, wo er Abteilungsleiter und Funktionär war. Er ist Träger des Goldenen Spargels der Löwenjäger und Senator der Spargelstecher: Egon Scheuermann.

Wie Michael Grötsch deutlich machte, hatte sein Nachfolger als Köble-Ordensträger der Öffentlichkeit erst auf Umwegen zu seiner heutigen Profession gefunden. In der Tat machte Stefan Fulst-Blei erst eine Ausbildung zum Bankkaufmann - er war Mitarbeiter der Sparkasse Vogelstang -, bevor er ein Studium der Wirtschaftspädagogik absolvierte, als Diplom-Handelslehrer abschloss, dann Gewerkschaftssekretär bei der ÖTV wurde und schließlich doch Berufsschullehrer. "Er nennt sich gerne ein Kind des Mannheimer Nordens", verriet Grötsch. Seine Parteikarriere bei der SPD hatte er bei den Jusos begonnen. Neun Jahre war er Mitglied im Bezirksbeirat, sieben Jahre Mannheimer Stadtrat, davon fünf Jahre als Vorsitzender seiner Fraktion. Seit 2011 sitzt Stefan Fulst-Blei im Stuttgarter Landtag und ist dort heute stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Stefan Fulst-Blei hatte gar nicht gewusst, dass er den Köble-Orden verliehen bekommt. Er sah es als "persönliche Wertschätzung", dass sein Laudator, der bekanntermaßen der CDU angehört, ihm zu Ehren nicht nur eine rote Krawatte, sondern auch rote Socken angezogen hatte. "Der Köble-Orden ist eine besondere Auszeichnung, die durchaus guttut", bedankte er sich im Namen aller drei Ordensträger.