Warum der närrische Köble-Orden in Mannheim-Käfertal so wichtig ist

Autor: Bernhard Haas, MM 15.01.2024

Seit 1980 wird er jährlich an drei besonders verdiente Karnevalisten vergeben: Der Köble Orden der Löwenjäger und der Spargelstecher im Mannheimer Stadtteil Käfertal. Wer dieses Jahr ausgezeichnet wurde

 

Der Hans-Köble-Orden gilt als höchste Auszeichnung der Käfertaler Fasnachtsvereine „Die Löwenjäger“ und „Die Spargelstecher“. Köble war ein Vollblutfasnachter, was die vielen Ehrengäste auch anhand eines alten Tonträgers zu hören bekamen. Ihm zu Ehren haben die Käfertaler Karnevalisten 1979 einen Orden gestiftet, der seit 1980 alljährlich an drei Personen verliehen wird, die sich um Käfertal und die Fasnacht verdient gemacht haben. Dabei wird je ein Aktiver aus beiden Vereinen ausgezeichnet, dazu ein Vertreter des öffentlichen Lebens – darunter Stadträte und Bürgermeister.

Hans-Köble-Orden: Um Käfertal und die Fasnacht verdient gemacht

Das war auch in diesem Jahr nicht anders. Für die Spargelstecher wurde die Lieblichkeit Laura I. Boxheimer ausgezeichnet. Für die Löwenjäger erhielt Ildiko Gärtner den Orden und für die Öffentlichkeit zeichneten die beiden Präsidenten Thomas Hambsch und Alexander Boppel Käfertals scheidenden „Bürgermeister“ Frank Kassner aus.

Die Ordensverleihung im Katholischen Gemeinde- und DJK-Sportzentrum St. Laurentius begann mit dem gemeinsamen Einzug von Garden und Elferräten der Löwenjäger und Spargelstecher, die auch ihre Lieblichkeit Laura I. mitgebracht hatten. Inmitten der Garden mischte sich ganz fröhlich das Stadtprinzenpaar Jochen I. vom Großen Feuerio und die in diesem Jahr von den „Löwenjägern“ gestellte Stadtprinzessin Larissa I. Beide verkündeten unter dem Beifall der Gäste im Saal ihr jeweiliges Motto, ehe Bürgermeister Ralf Eisenhauer die Grüße der Stadt überbrachte. Er unterstrich vor allem die Bedeutung des Ehrenamtes und sagte: „Es geht immer um das gemeinsame Miteinander.“ Daher seien auch mehr Mittel für Ehrenamt und den Sport in den Haushalt eingestellt worden.

Lenja Schwöbel, das Aktiventanzmariechen der Spargelstecher, wirbelte mit Pirouetten, Salti und Handständen geradezu über die Bühne. Anhand von Original-Aufnahmen gab es Informationen über Köble. Der spontan ins Programm aufgenommene Marschtanz der Junioren der Löwenjäger sorgte für einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltung.

Die Laudatoren machen es spannend

Die Laudatoren Mark Engels, Tanja Preisendanz und Alexander Fleck machten es spannend, ehe das Geheimnis um den jeweiligen neuen Ordensträger gelüftet wurde. Engels stellte heraus, dass nicht nur diejenigen ausgezeichnet werden sollten, die im Vordergrund stehen, sondern auch die, die seit 2003 die Uniformen in Ordnung halten, Knöpfe annähen und die Kleider sauber halten. Gemeint war damit Ildiko Gärtner.

Preisendtanz betonte, dass die Ausgezeichnete bereits als kleiner Steppke bei den Spargelstechern getanzt habe. Heute sei sie dort Trainerin und tanze immer noch. Ausgezeichnet wurde daher die Lieblichkeit Laura Boxheimer. CDU-Stadtrat Alexander Fleck bezeichnete Frank Kassner als „liebenswertes Schlitzohr“. Alle Urkunden überreichte der neue Käfertaler Bürgermeister Florian Mattheier. Kassner dankt für die Ehre, die den neuen Ordensträgern zuteil wurde, und meinte, dass es ihm, obwohl sonst nicht gerade schüchtern, jetzt die Sprache verschlagen habe.

Boppel versprach zudem, im nächsten Jahr, also bei der 44. Ordensverleihung, gebe es eine längere Abendveranstaltung, die schon jetzt vorbereitet werde.